Freitag, August 11, 2006

Nara Tō-kae

Am Montag ging es wieder einmal nach Nara, weil ich das dortige Sommerfest nicht verpassen wollte. Das Nara Tō-kae ist ein zehn Tage dauerndes Lichterfest im August, bei dem der Nara-kōen von tausenden Kerzen und nicht ganz so vielen Laternen erleuchtet wird. Um 19 Uhr geht's los, und so habe ich mich erst gegen sechs Uhr auf den Weg gemacht.

Von der Kintetsu Station ist es nur ein kurzer Fußweg zum Kofuku-ji, einem der schönen Tempelkomplexe von Nara. Kenne ich ja alles schon von meinen früheren Besuchen, ist aber immer wieder schön.


Als ich dort ankam, wurde die Pagode gerade von der Abendsonne angestrahlt. すごい!*

Da bin ich erst einmal geblieben, weil der große Platz vom Kofuku-ji den besten Blick auf den Sonnenuntergang bot.


So war es dann auch: gegen sieben Uhr ging die Sonne unter, und parallel dazu wurden die Kerzen angezündet.
すごい!**
Und weiter ging es in den Park hinein. Hier fand die eigentliche Festbeleuchtung statt.


Auf den großen Rasenflächen hatte man die zahlreichen Lämpchen aufgestellt, nach Feldern sortiert. Das an sich sah schon klasse aus, aber in einer Ecke war noch eine Bühne, auf der Musiker spielten. Das ganze wurde per Lautsprecher übertragen. Am Montag abend spielten ein junger Mann auf einer Okarina, begleitet von einer jungen Frau am Keyboard.


Das läßt sich kaum in Worte fassen: der warme Sommerabend, die vielen Kerzen, die frische Luft, der Sternenhimmel, viele Leute (aber bei weitem nicht so viele wie beim Tenjin Matsuri), die entspannte Atmosphäre und über allem die Okarinaklänge, von denen ich zuerst gar nicht wußte, woher sie kamen, die irgendwie in der Luft zu schweben schienen.
すごい! すごい!***


Der Mond schien auch hell vom Himmel, es war fast schon Vollmond. Richtig gut gefallen haben mir auch diese größeren Laternen, die an Bambuskonstruktionen befestigt waren und für etwas hellere Lichtpunkte sorgten. Unten waren kleine Windspiele befestigt, die in der leichten Abendbrise hin- und herschwangen.


Wie es sich für ein richtiges Sommerfest gehört, hatten viele (junge) Frauen ihre Yukatas angezogen. Ich aber nicht. Meiner liegt im Schrank und wartet darauf, endlich gebügelt zu werden.

Eine nicht so schöne Erkenntnis brachte der Abend leider auch: japanische "Bratwürste" schmecken einfach nicht. Da hilft nicht mal die Zugabe von Senf. Der ist nämlich einfach ungenießbar und macht alles nur noch schlimmer. *bäh*
__
* sugoi!
** sugoi!
*** sugoi! sugoi!

Kommentare:

Sabine hat gesagt…

Ui, Parklichter auf japanisch...

Uwe hat gesagt…

Wunderschöne Bilder.

Ute hat gesagt…

@ Sabine: Du willst die popeligen Parklichter doch wohl nicht ernsthaft mit dem Nara Tō-kae vergleichen ...

@ Uwe: Vielen Dank! :-)

Franz hat gesagt…

Hallo Ute,

bin durch Zufall auf Deinen Blog gestossen. Habe eigentlich Walhai und Mondfisch (MolaMola oder Sunfish) gesucht. Dadurch habe ich Deinen Blog ,in dem Du über Deinen Besuch im Aquarium in Osaka schreibst,gefunden.
Super,Klasse !!!
Eigentlich wollten wir nach Okinawa fliegen um im dortigen Aquarium Walhaie zu sehen aber Osaka ist auch nicht schlecht - braucht man nicht fliegen sondern kann mit Shinkansen fahren .

Ute hat gesagt…

Vielen Dank für das Lob!
Das Aquarium ist wirklich klasse. Es ist allerdings die einzige wirklich gute Sehenswürdigkeit in Ōsaka. Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: es ist die häßlichste Stadt Japans.

Sabine hat gesagt…

@ Ute: nein, nur etwas Heimat einbringen. Und für eine kleine Stadt wie Oeyni find ich die Parklichter schon ganz fesch und angemessen.

Allerdings hab ich neulich jemanden Bielefeld mit München vergleichen hören. Da wird einem schon anders.

Ute hat gesagt…

Bielefeld mit München?!

Sabine hat gesagt…

siehste!?