Dienstag, August 01, 2006

Fortschritte

Aus gegebenem Anlaß möchte ich heute mal wieder von meinen persönlichen Fortschritten beim Fremdsprachenlernen berichten. Nein, es geht jetzt nicht um Japanisch, obwohl ich es letzte Woche tatsächlich geschafft habe, telefonisch eine Bestellung rückgängig zu machen. Glücklicherweise hatte ich den betreffenden Artikel noch in einem anderen Geschäft vorrätig gefunden, denn die Sache eilte. Da meine wechselnden Gesprächspartner alle nur rudimentärstes Englisch sprachen, habe ich ihnen halt in einem eigenwilligen Mix aus Japanisch und Englisch ("Chumon, uhm, äh, cancel kudasai") mein Anliegen erklären müssen. Hat dann ja auch geklappt. *stolzgeschwellte Brust*

Aber wie gesagt, darum geht es jetzt gar nicht. Ich meinte meine Kenntnisse der englischen Sprache. Seit inzwischen neuen Monaten mache ich hier ja quasi einen kostenlosen Intensivkurs: flatmates, friends, Non-German co-workers, ... Da merke ich schon einen Unterschied zu früher, aber ab und an kann ich meine Fortschritte an speziellen Schlüsselerlebnissen festmachen. So wie jetzt, zum Beispiel.

Vor einiger Zeit hat mir Angelica eine sehr lesenswerte Biographie von Audrey Hepburn ausgeliehen, geschrieben von einem Filmkritiker. Habe das Buch inzwischen durchgelesen und zurückgegeben. Und wie das ja oft so ist: das Buch machte Lust auf mehr. Also habe ich mir neulich ein paar Audrey-Hepburn-Klassiker aus der Videothek ausgeliehen. Parallel dazu habe ich mich daran erinnert, vor meiner Anreise u.a. auch die Songs aus "My Fair Lady" auf mein Notebook überspielt zu haben, und so hörte ich mir dann auch all die schönen Lieder wieder an, gesungen von einer richtigen Sängerin übrigens.

Da gibt es u.a. den ersten Song von Elizas Vater, Alfred P. Doolittle, gesungen im schönsten Cockney-Englisch. Gut, es ist das Cockney-Englisch eines Schauspielers, aber ich würde den Unterschied sowieso nicht bemerken. Von diesem schmissigen Lied hatte ich bis dahin immer nur einzelne Bruchstücke verstanden, Worte, die mir irgendwie bekannt vorkamen. Am schlimmsten war der Anfang, gleich die ersten paar Töne. Nie habe ich verstanden, was das sein sollte. Alles, was in meinem Ohr ankam, war ein undefinierbares Kuddelmuddel merkwürdiger Laute, das ich nicht einmal hätte aufschreiben können.

Und jetzt: nach neun Monaten Intensivkurs Englisch, höre ich die CD zum ersten Mal wieder, höre das bestreffende Lied und verstehe urplötzlich: er singt "Deloahdäbaff" ("The Lord above")!! Ich hab's verstanden!!! Seit zehn Jahren hab' die CD, zehn Jahre lang hab ich's nich verstanden - abba gezz!!!!
*Freudentanz auf Tatami*

Leute, ich kann es Euch nur empfehlen: kommt nach Japan und lernt Englisch. :-))

5 Kommentare:

Sabine hat gesagt…

Abba getz! Aber Getze richtich! Gehöast Du nich auch zu denjenigen, die damals Englisch abgewählt ham? Hatten wa ja alle nich mäah nötich appa elften... ;-)

Ute hat gesagt…

Selbst wenn ich Englisch in der Oberstufe beibehalten hätte, wäre "deloahdäbaff" für mich genauso unverständlich geblieben.

Patrick hat gesagt…

LOL - ich sach nur:
Aow loverly!!!

Wir haben den Film samt Cockney im LK-durchgearbeit - joar, das hatte doch was! War sogar einige Stunden Thema und auch nicht wirklich einfach.

Und zum Film: wenn sie den Gesang der Hepburn gelassen und nicht den von Marnie Nixon genommen hätte, wäre es noch besser gewesen. Auf der DVD ist der Orginal-Gesang als Extra drauf und der paßt eindeutig besser...

Wenn Du die Hepburn magst, solltest Du Dir auf jeden Fall "Funny Face", "Charade" und natürlich "Breakfast at Tiffany`s" angucken!!!

Ute hat gesagt…

Rate mal, welche Filme das waren, die ich mir ausgeliehen hatte ...

Aber was den Film "My Fair Lady" angeht: ich habe den auch auf DVD (in Deutschland), und ich muß ganz ehrlich sagen: ihre Stimme an sich ist nicht schlecht, aber der Partie einfach nicht gewachsen.

Patrick hat gesagt…

Sehr Lobenswert!!!

Ich liebe ja "Charade" sie und Cary Grant sind einfach - ich sag nur Alex, Adam, Brian Cruckshank...

Sie Stimmte ist wahrlich keine Musicalstimme, aber sie paßt einfach besser zu so ner "guttersnipe" wie Eliza Doolittle...