Samstag, März 25, 2006

Wieder mal in Kyōto

Wie bereits erwähnt, war Dienstag Feiertag in Japan, deshalb fiel mein Japanischunterricht aus, und so sind Cari, George und ich schon gegen halb elf nach Kyōto aufgebrochen, um wieder einmal einige Tempel zu besuchen. Um es gleich vorwegzunehmen: den letzten auf der Liste, den Sanjūsangen-dō, haben wir am Ende nicht mehr geschafft, und anstelle des Kōdai-ji haben wir den Ryozen Kwannon besichtigt.

Mein erster Gedanke beim noch unbebrillten Blick aus dem Fenster am Dienstagmorgen war: wo kommen all die Wolken her?! Wo am Tag zuvor die Sonne noch ungehindert vom strahlend blauen Himmel lachte, war nun alles grau bedeckt. *hmpf*
Davon haben wir uns aber nicht abhalten lassen, sondern sind unverdrossen nach Kyōto gefahren, um unser Programm durchzuziehen. Immerhin war es etwas wärmer als bei unserer Fahrt nach Nara.

Feiertag in Kyōto heißt: es ist viel Volk unterwegs und es gibt jede Menge zu sehen. Das fing schon auf dem Weg von der Keihan-Station zum Yasaka-jinja an, wo eine Schule eine Art Flohmarkt organisiert hatte, der von der schuleigenen Girl group musikalisch untermalt wurde.


Und wenn die vier Mädels noch ein bißchen mehr üben und wenn dann noch der Dieter B. vorbeikommt - dann habe ich hier vielleicht schon ein exklusives Bild der nächsten japanischen Superstars in meinem Blog veröffentlicht! *g*


Auf unserem weiteren Weg begegneten wir mehrmals einigen opulent herausgeputzten Geishas. Vielleicht waren es auch "nur" Maikos, also Geisha-Schülerinnen, woher sollten wir das wissen, jedenfalls sahen sie allesamt prächtig aus. Bei mir sind sie samt ihrer prächtigen Obis von hinten zu bewundern, wenn Ihr die drei Damen auch von vorne sehen wollt, müßt Ihr mal kurz zu Caris Bericht schalten.

Kurz nachdem wir auf die Geishas oder Noch-Nicht-Geishas gestoßen waren, landeten wir schon beim Ryozen Kwannon mit seiner riesigen Buddha-Statue. Die erst 1955 errichtet wurde, vermutlich aus stilvollem Beton, und begehbar ist. Na ja. Der erste Eindruck allerdings war grandios.


Laut Infoblatt wurde dieser Buddha im Andenken
of those Japanese who sacrificed them-selves in the last war and for the establishment of a peaceful Japan

errichtet. Da wurde mir doch leicht unbehaglich zumute, aber auf dem selben Gelände gibt es auch eine Memorial Hall, in der an all die ausländischen Soldaten erinnert wird, die auf japanischem Gebiet oder in den japanisch besetzten Gebieten umgekommen sind. Also scheint das Gedenken doch einigermaßen ausgewogen zu sein.


Somit war es dann auch kein Problem, das Räucherstäbchen, das wir alle beim Eingang in die Hand gedrückt bekommen hatten, in dieser - ja, wie nennt man sowas eigentlich? - Opferschale (?) zur Erinnerung an die Toten des Zweiten Weltkriegs anzuzünden.


Das Bunte hier sind Bündel von jeweils tausend Origami-Kranichen. Die Legende besagt, daß, wenn man tausend Kraniche faltet, ein Wunsch in Erfüllung geht. In diesem konkreten Fall haben vielleicht Eltern für die Gesundheit ihrer kranken Kinder gebetet, denn daneben stehen kleine Steinfiguren von Kindern. George hat mir erklärt, daß Eltern eine solche Figur meißeln lassen, wenn ihr Kind gestorben ist und sie dann in einem Tempel aufstellen, und daß die Origami-Kranich-Bündel dann darauf hindeuten, daß andere Eltern damit darum beten, daß ihr Kind am Leben bleibt.




Zum Abschluß wieder was fröhliches: Unser Expeditionsteam. George, Cari und ich vor der Kulisse des Kiyomizu-dera.

1 Kommentar:

Anke Paulsen hat gesagt…

Hier die Antwort auf deine Frage zu meinem letzten Kommentar. Mittwoch ist es soweit 29.03.06 10:50 bis 12:30 und dann nachmittags nochmal mündlich zwischen 14:00 und 15:00. Ich hoffe es geht alles gut bin ein wenig gestresst und aufgeregt.
Danke fürs Dauemen drücken solltes du Zeit haben und nicht gerade NAchtruhe bei euch ist. HAbe leider die letzte ZEit deinen Blog nicht so sehr verfolgen können wegen der Prüfungsvorbereitung.Anke